Buzzcuts, Agender, Trans. All diese Schlagworte tauchen derzeit täglich in unseren Feeds auf. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine neue Kampagne gelauncht wird, in der unsere Diversität und zur selben Zeit unsere Gleichheit zelebriert wird. Klassische Geschlechtermerkmale und Klischees werden immer weiter hinterfragt, vielleicht sogar mehr als je zuvor. Frauen? Männer? Die Grenzen verschwimmen nicht nur optisch, auch gedanklich lösen sich die Vorstellungen von geschlechterspezifischen Eigenschaften zunehmend auf. Vor allem in der Beauty- und Modeindustrie findet dieser Diskurs Ausdruck und einen Multiplikator, um die sich ändernden Schönheitsideale zu präsentieren. So steigt in der Kosmetik die Nachfrage nach Unisex-Produkten zunehmend. Dabei stellt sich die Frage: Wie gleich, bzw. unterschiedlich sind Männer und Frauen wirklich? 

 

Ganz grundsätzlich 

 

Es gibt natürlich biologische Unterschiede, die unter anderem in der Struktur der Haut deutlich werden – optisch und haptisch. Frauenhaut ist sehr viel feiner und dünner, als die von Männern. Diese ist um ganze 20 Prozent dicker und somit deutlich widerstandsfähiger, auch gegen die verhassten ersten Zeichen der Hautalterung. Klingt erstmal unfair. Wer aufmerksam liest, findet die ausgleichende Gerechtigkeit jedoch im Detail. Denn der optische Alterungsprozess setzt bei Frauen zwar früher ein, dafür ziehen Männer später umso schneller nach, sodass der beide Geschlechter am Ende wieder gleich auf sind. Dabei kann man noch erwähnen, dass die „Dickhäuter“ im Durchschnitt doppelt so viel Talg produzieren, wodurch ihre Haut zu deutlichen Unreinheiten neigt. Im Gegensatz dazu tendiert die Haut von Frauen zu Trockenheit, da sie im Laufe der Zeit an Feuchtigkeit verliert. Geht man noch weiter in die buchstäbliche Tiefe, findet man den Grund für diese signifikanten Unterschiede: die Anordnung der Kollagenfasern. Während bei Männern die Fasern sozusagen kreuz und quer verlaufen, liegen die des weiblichen Geschlechts beinahe parallel zueinander. Dementsprechend ist letztere weniger Widerstandsfähig und deutlich angreifbarer gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen und UV-Strahlen. Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der den schneller einsetzenden Alterungsprozess bei Frauen erklärt. Ab dem 35. Lebensjahr nimmt der Östrogenspiegel deutlich ab. Als Folge dieser hormonellen Veränderung verliert die Haut an Spannkraft. 

 

Unisex: ja oder nein?

 

Obwohl es einige Unterschiede in der Hautstruktur gibt, ist der Alterungsprozess bei Männern und Frauen gleich. Somit können Fältchen und Linien auch mit denselben Wirkstoffen behandelt werden. In Deutschland ist das Angebot an Unisex-Produkten bisher zwar noch relativ überschaubar, dafür gibt es in den USA einen großen Nischenmarkt, der sich, so wie MUTI auf geschlechtlose Produkte und Produkt Packaging fokussiert hat. Laut Trendforschern bewegen wir uns damit bereits in der Zukunft, denn das Modell der getrennten Zielgruppen ist ein Auslaufendes.  Und schon heute, wenn es nach uns geht, muss sich nicht mehr entschieden werden welches Regal man ansteuert – egal, ob Mann oder Frau.

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